Empirisches Forschungsseminar: What Can Be Done Against the Negative Effects of Digitalization?

Katja Rost

Montag, 12:15-13:45, AND-2-04

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Seminarplan (PDF, 282 KB)

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Daten der Vortragsterminen (PDF, 40 KB)

Die Digitalisierung hat unseren Alltag fundamental verändert. Für viele ist ein Leben ohne Internet, Smartphone, soziale Medien oder Wearables mittlerweile undenkbar. Die Digitalisierung hat allerdings nicht nur immense Vorteile, sondern auch Schattenseiten. Beispielsweise befiel im Mai 2017 der Erpressungstrojaner «WannaCry» 230 000 Computer weltweit und gab nur gegen Lösegeldzahlung die von ihm verschlüsselte Daten wieder frei. In Grossbritannien wurden Rechner des National Health Service (NHS) befallen. Es kam daraufhin zu chaotischen Zuständen in Spitälern. Viele Kranke mussten in andere Kliniken umgeleitet werden. Krebs- und Herzpatienten, deren Daten nicht zur Verfügung standen, wurden nach Hause geschickt. Ähnliche Schattenseiten der Digitalisierung sind unter anderem Abhängigkeiten, Überwachung, Meinungsmanipulation und digitale Oligopole. Was können Privatpersonen im Speziellen gegen diese Schattenseiten unserer zunehmend digitalisierten Welt unternehmen? Sie können sich gegen übermässigen Gebrauch schützen mit Detox Apps, aus Sozialen Medien aussteigen, sich verstärkt nicht-digitalen Lebensbereichen zuwenden oder sich gegen Missbrauch und Überwachung wehren. Im Arbeitsleben können sie versuchen den Gebrauch digitaler Technologien zu begrenzen, beispielsweise indem Emails nicht mehr an Wochenenden oder am Feierabend versendet werden oder in Sitzungen elektronische Geräte nicht verwendet werden. Aber natürlich sind nicht alle Menschen in gleicher Weise und gleichermassen von den Nachteilen der Digitalisierung betroffen. Affinität, technische Fähigkeiten und eigenes Interesse gegenüber den neuen digitalen Möglichkeiten könnten hier eine wichtige Rolle spielen. Aber auch externe Faktoren, wie Konformitätsdruck gegenüber Freunden oder Vorgaben des Arbeitgebers haben möglicherweise einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Der gewünschte digitale Lebensstil muss nicht unbedingt dem gelebten entsprechen. Infolge dessen sind Unterschiede hinsichtlich der Bildung, des Alters, der sozialen Klasse, der Familiensituation, des Berufs oder von Persönlichkeitseigenschaften zu erwarten. Im Forschungsseminar werden wir die Schattenseiten der Digitalisierung für verschiedene Typen von Privatpersonen erörtern und diskutieren, wie sich die Personen im Privatleben und im Beruf gegen diese Schattenseiten wehren. Wir werden uns auf die Teilbereiche Privatleben und Beruf konzentrieren und andere Teilbereich, beispielsweise den Staat, ausblenden. Im Rahmen des Seminars wird in Zusammenarbeit mit einem Umfrageinstitut eine für die Schweiz (Deutschschweiz, Französischschweiz, Tessin) repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit eigene Items in die Befragung einzubringen und sollen am Ende des Seminars die erhobenen Daten für das Schreiben der Forschungsarbeit nutzen. Ziele des Forschungsseminars sind zum einen die Einführung in die digitale Soziologie und zum anderen die Einführung in die selbstständige Durchführung empirischer Forschungsprojekte. Literaturhinweise und weitere Informationen befinden sich im Seminarplan (PDF, 282 KB).


Ansprechperson bei Fragen

Dr. Lea Stahel

Dr. Constantin Schön